Lektion 3.4
ABC im übergeordneten Bild
Position, Zielzone der vorherigen vierten Welle, Alternation und der Weg zum Setup
Kurz gesagt: Ein Zigzag allein sagt dir nichts. Erst die **Position im übergeordneten
Bild** macht daraus eine Information — dasselbe Muster ist in Welle 2 eine
Gelegenheit und in Welle B eine Falle.
Die drei Plätze, an denen Korrekturen sitzen
| Position | Was die Korrektur dort tut | Was danach kommt |
|---|---|---|
| Welle 2 | korrigiert Welle 1 | Welle 3 — die meist kraftvollste |
| Welle 4 | korrigiert Welle 3 | Welle 5 — der letzte Trendschub |
| Welle B | korrigiert Welle A innerhalb einer | Welle C — gegen den |
| größeren Korrektur | übergeordneten Trend |

Actionary und Reactionary — das Ordnungsprinzip
- Actionary (in Richtung der nächsthöheren Ebene): 1, 3, 5, A, C, E, W, Y, Z
- Reactionary (gegen die nächsthöhere Ebene): 2, 4, B, D, X
Alle reactionary Wellen entwickeln sich korrektiv. Die meisten actionary Wellen entwickeln sich motive — aber nicht alle. Trotz actionary-Funktion korrektiv gebaut sind:
- die Wellen 1, 3 und 5 einer Ending Diagonal (Modul 2.3)
- Welle A in einer Flat-Korrektur (Lektion 3.3)
- die Wellen A, C und E in einem Triangle
- die Wellen W und Y in einem Double Zigzag und einem Double Three
- die Welle Z in einem Triple Zigzag und einem Triple Three
Retracement-Tiefen: die Zahlen im Überblick
- Scharfe Korrekturen retracen eher 61,8 % oder 50 % — besonders in Welle-2-Position.
- Seitwärtskorrekturen retracen eher 38,2 % — besonders in Welle-4-Position.
- Nach einer Leading Diagonal in Welle-1-Position folgt typischerweise ein Zigzag-Retracement von 78,6 %.
- FX: Welle 2 retraced normalerweise 61,8 % oder mehr von Welle 1; sonst ist 50 % der nächsthäufige Wert.
- FX: Das typischste Retracement für Welle 4 sind 38,2 % von Welle 3.
- FX: Beginnt die Korrektur mit einem komplexen Seitwärtsmuster, ist der Schaden meist auf 38,2 % begrenzt, ausnahmsweise auf 50 % — sogar bei einer zweiten Welle.
- Ein Retracement, das nicht über 38,2 % hinauskommt, deutet auf aufgestaute Stärke hin. Dasselbe gilt für eine ungewöhnlich lange Konsolidierung.

Alternation — ein Vorgriff, den du sofort brauchst
Für den FX-Markt gilt die Einschränkung aus Modul 2.1: Die Alternation greift dort zuverlässiger beim Ausmaß der Korrektur als bei ihrer Form. Hat Welle 2 also 61,8 % oder mehr genommen, erwarte für Welle 4 eher 38,2 %. Ergänzend: Zweite Wellen sind häufiger einfach gebaut, vierte Wellen häufiger komplex.
Orthodox Top und Orthodox Bottom
Das Ende eines Musters ist nicht immer identisch mit dem Preisextrem. Wo beides auseinanderfällt, nennt man den Endpunkt des Musters den orthodoxen Top bzw. Bottom. Weil Länge und Dauer einer Welle von orthodoxen Endpunkten aus gemessen werden, wandern bei falscher Beschriftung auch alle abgeleiteten Ziele mit. Ab Modul 4 — spätestens beim Expanded Flat — wird das zur täglichen Frage.

Die Falle: Ein fertiges ABC ist nicht immer eine fertige
Korrektur
Genau das ist der Kern der Wellenarbeit: nicht die eine richtige Zählung finden, sondern die wahrscheinlichste Zählung mit einer definierten Abbruchbedingung führen.
Vom Muster zum Setup
1. Übergeordnete Richtung bestimmen. In welcher Welle des größeren Bildes steckst du? 2. Position der Korrektur bestimmen. Welle 2, Welle 4 oder Welle B? Nur die ersten beiden sind
3. Muster identifizieren. Zähle Welle A: fünf → Zigzag-Familie, drei → Flat-Familie. Prüfe die
4. Zielzone bilden. Bereich der vorangegangenen vierten Welle eine Stufe kleiner, plus passende
5. Invalidierung festlegen. Beim Zigzag der Start von Welle A — und immer die Regeln des
6. Bestätigung abwarten. Der Abschluss der C-Welle als Fünfer.
Wissenscheck
1. Welche Wellen sind reactionary?
2. Wo liegt die wichtigste Zielzone einer Korrektur?
3. Welle 2 war ein tiefer, scharfer Zigzag. Was erwartest du für Welle 4?
4. Ein Zigzag sitzt in Welle-B-Position. Was bedeutet das?
