Lektion 1.3
Die Regeln des Impulses
Drei Regeln, die jeden Count prüfbar machen
Kurz gesagt: Drei Regeln gelten ausnahmslos — bricht eine, ist die Zählung falsch.
Punkt. Genau diese Härte macht aus einer Meinung eine überprüfbare Hypothese:
Jede Regel erzeugt ein Kurslevel, an dem dein Szenario objektiv stirbt.
Regeln und Richtlinien: die Architektur der Methode
- Eine Regel gilt ausnahmslos für alle Wellen, auf die sie sich bezieht. Sie darf niemals übergangen werden.
- Eine Richtlinie (Guideline) beschreibt, was typisch, aber nicht zwingend ist. Richtlinien gewichten später zwischen mehreren regelkonformen Lesarten — sie folgen ab Modul 5.
Regel 1: Welle 2 korrigiert niemals mehr als 100 % von Welle 1
Im Aufwärtstrend darf Welle 2 beliebig tief zurücklaufen — auch 90 Prozent und mehr kommen vor. Aber sie darf den Startpunkt von Welle 1 nicht unterschreiten. Die Logik: Welle 1 markiert den Beginn eines neuen Trends aus einer Extremstimmung heraus. Fällt der Markt komplett unter diesen Ausgangspunkt, ist die Hypothese „neuer Trend" nicht geschwächt, sondern widerlegt. Im Abwärtstrend gilt die Regel gespiegelt.
Regel 2: Welle 3 ist niemals die kürzeste der drei Aktionswellen
Unter den Wellen 1, 3 und 5 darf Welle 3 nie die kürzeste sein. Sie muss nicht die längste sein — in der Praxis ist sie es meistens. Zeigt deine laufende Zählung eine Welle 3, die bereits kürzer ist als Welle 1, dann muss Welle 5 kürzer bleiben als diese Welle 3 — sonst ist die Zählung ungültig. Geprüft wird über die prozentuale Bewegung; im FX ist der Unterschied zur Pip-Messung vernachlässigbar.
Regel 3: Welle 4 dringt niemals in das Preisterritorium von
Welle 1 ein
Im Aufwärtstrend darf das Tief der Welle 4 nicht unter das Hoch der Welle 1 fallen; im Abwärtstrend nicht über das Tief der Welle 1 steigen. Überschneiden sich die Kursbereiche — Fachjargon: Overlap —, liegt kein regulärer Impuls vor. Die Logik: Ein intakter Impuls verteidigt einmal erobertes Terrain.
- Es gibt genau eine bekannte Ausnahme-Bauform. Motive-Wellen kommen als Impuls
- Hebel ist kein Freibrief. Überlappungen in gehebelten Märkten sind auf Tages- und



Der vollständige Regelsatz
- Welle 4 korrigiert niemals mehr als 100 % von Welle 3 (dieselbe Logik wie Regel 1, eine Ebene weiter).
- Welle 3 läuft immer über das Ende von Welle 1 hinaus. Bleibt sie darunter, war es keine Welle 3.
Der Zweck aller fünf Bedingungen in einem Satz: Eine Motive-Welle ist dazu da, Fortschritt zu erzeugen — und die Regeln stellen sicher, dass sie es tut.
Warum diese Regeln die Methode tragen
1. Stop-Platzierung: Jedes Regel-Level ist ein natürlicher Kandidat für den Stop-Loss aus Modul
2. Szenario-Ordnung: Konkurrierende Zählungen lassen sich über ihre Ungültigkeits-Levels
3. Disziplin: Eine regelwidrige Zählung ist nicht „kreativ". Sie ist falsch. Der unpassende
Die drei Regeln haben mein Trading nicht deshalb verändert, weil sie mir sagen, was der Markt tut — sondern weil sie mir sagen, wann ich falsch liege. Vorher. Schriftlich. Ohne Diskussion.
Wissenscheck
1. Worin unterscheiden sich Regeln und Richtlinien?
2. Welle 2 unterschreitet den Startpunkt von Welle 1. Was gilt?
3. Welle 3 ist kürzer als Welle 1. Was folgt zwingend?
4. In welcher Formation ist eine Überlappung von Welle 1 und Welle 4 regelkonform?
5. Wahr oder falsch: „Weil FX gehebelt ist, darf ich die Overlap-Regel großzügig auslegen."
