Lektion 0.4

Order-Typen

Market, Limit, Stop – dazu Stop-Loss, Take-Profit, Lots und Hebel

Zwei Preise, ein Spread

Es gibt immer zwei Preise: den Bid (zu dem du verkaufen kannst) und den Ask (zu dem du kaufen kannst). Der Ask liegt immer etwas über dem Bid. Die Differenz heißt Spread — sie ist die eingebaute Gebühr des Marktes.

Bid/Ask/Spread: Kursfenster mit beiden Preisen, Spread markiert — daneben ein frisch eröffneter Trade, der im Minus startet.
Bid/Ask/Spread: Kursfenster mit beiden Preisen, Spread markiert — daneben ein frisch eröffneter Trade, der im Minus startet.

Die drei Order-Familien

1. Market Order — „sofort, zum aktuellen Preis." Du kaufst oder verkaufst jetzt, zum nächsten verfügbaren Kurs. Schnell ausgeführt — aber in hektischen Momenten kann der Ausführungskurs vom angezeigten abweichen. Diese Abweichung heißt Slippage. 2. Limit Order — „nur zu meinem Preis oder besser." Eine Buy Limit liegt unter dem aktuellen Kurs: „Kaufe, wenn der Markt zu mir herunterkommt." Eine Sell Limit liegt über dem Kurs. Limit-Orders sind das Werkzeug des geduldigen Traders — er lässt den Markt zu seiner Zone kommen, statt ihm hinterherzulaufen. 3. Stop Order — „erst wenn der Markt es beweist." Eine Buy Stop liegt über dem aktuellen Kurs: „Kaufe erst, wenn der Preis diese Marke nach oben durchbricht." Eine Sell Stop liegt darunter. Stop-Orders handeln Ausbrüche.

Die Order-Landkarte: aktueller Kurs in der Mitte, darüber Sell Limit und Buy Stop, darunter Buy Limit und Sell Stop — mit je einem Merksatz.
Die Order-Landkarte: aktueller Kurs in der Mitte, darüber Sell Limit und Buy Stop, darunter Buy Limit und Sell Stop — mit je einem Merksatz.

Die zwei Schutz-Orders

Stop-Loss (SL): eine Order, die deine Position automatisch schließt, wenn der Verlust eine vorher festgelegte Marke erreicht. Bist du gekauft (long), liegt der Stop-Loss unter deinem Einstieg. Bist du verkauft (short), darüber.

Take-Profit (TP): das Gegenstück — eine Order, die die Position automatisch schließt, wenn dein Ziel erreicht ist. Sie sichert Gewinne, auch wenn du nicht am Bildschirm sitzt.

Ein kompletter Trade als Bild: Einstieg (Limit an einer Zone), Stop-Loss darunter, Take-Profit darüber — alle drei Levels beschriftet.
Ein kompletter Trade als Bild: Einstieg (Limit an einer Zone), Stop-Loss darunter, Take-Profit darüber — alle drei Levels beschriftet.

Lots und Hebel — kurz und ehrlich

Positionsgrößen im FX werden in Lots gemessen: Ein Standard-Lot sind 100.000 Einheiten der Basiswährung, ein Mini-Lot 10.000, ein Micro-Lot 1.000. Als Faustzahl: Bei EURUSD ist ein Pip mit einem Standard-Lot rund 10 Dollar wert — mit einem Micro-Lot rund 10 Cent. Die Positionsgröße entscheidet also, was ein Pip für dich bedeutet.

Lot-GrößeEinheitenPip-Wert (EURUSD, Faustzahl)
Standard-Lot100.000≈ 10 $
Mini-Lot10.000≈ 1 $
Micro-Lot1.000≈ 0,10 $

Und dann ist da der Hebel (englisch: Leverage). Broker verlangen für eine Position nur einen Bruchteil ihres Wertes als Sicherheit — die Margin. Dadurch kannst du Positionen bewegen, die größer sind als dein Konto. Das ist vor allem eines: ein Vergrößerungsglas für beides — Gewinne und Verluste.

Die Order-Typen habe ich an einem Nachmittag verstanden — den Satz „kein Trade ohne Stop-Loss" wirklich zu leben hat Jahre gedauert. Mach den Stop zur Gewohnheit, bevor du die erste echte Position kennst.
— Aus meiner Praxis

Wissenscheck

1. Du willst kaufen, aber erst, wenn der Markt zu einer tieferen Zone zurückkommt. Welche Order?

2. Du willst kaufen, aber erst, wenn der Preis ein wichtiges Hoch nach oben durchbricht. Welche Order?

3. Warum startet jeder Trade minimal im Minus?

4. Was macht der Hebel mit Gewinnen und Verlusten?

5. Wo liegt der Stop-Loss bei einer Long-Position?

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